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Auswahl eines Low-Shear-Chargenmischers

Beginnen Sie bei der Auswahl eines Low-Shear-Chargenmischers mit dem Material, nicht mit der Maschine. Für frei fließende, empfindliche oder wärmeempfindliche Pulver und Schüttgüter muss das Mischprinzip die erforderliche Mischhomogenität erreichen und gleichzeitig Scherung, Wärmeentwicklung und mechanische Belastung begrenzen.

Dieser Artikel beschreibt, wie das Materialverhalten die Auswahl für das Low-Shear-Chargenmischen beeinflusst und vergleicht drei häufig eingesetzte Mischertypen: konische Schneckenmischer, Bandmischer und Taumelmischer. Im Fokus stehen frei fließende Materialien, bei denen Entmischungsrisiko, Befüllverhalten, Entleerungsverhalten und Partikelintegrität häufig die Mischerauswahl bestimmen.

Mischintensität auf das Materialverhalten abstimmen

Die Auswahl eines Chargenmischers für Schüttgüter erfordert eine Bewertung des gesamten Prozesses. Rezeptur, Qualitätsanforderungen, Chargengröße, Mischzeit, Materialeigenschaften, Befüllmethode und Entleerungsverhalten bestimmen gemeinsam, welcher Mischertyp und welches Prozessfenster für eine konstante Mischqualität erforderlich sind.

Ein wichtiges Auswahlkriterium ist, ob das Material frei fließend oder kohäsiv ist. Chargenmischer werden häufig nach der Scherung eingeteilt, die sie während des Mischens auf das Material ausüben. In der Regel benötigen kohäsive Materialien mehr Mischenergie, um interpartikuläre Kräfte zu überwinden, während frei fließende Materialien oft mit geringerer Mischintensität gemischt werden können.

Auswahl eines Chargenmischers

Auswahl eines Chargenmischers

Low-Shear-Mischen ist ein vergleichsweise geordneter Prozess. Der Mischer arbeitet mit niedriger Drehzahl und die Partikel bewegen sich in kontrollierten Strömungsmustern durch den Mischraum. Mid-Shear- und High-Shear-Mischen bringen mehr Energie in das Produkt ein und können bei kohäsiven Pulvern, schwer dispergierbaren Bestandteilen oder Materialien erforderlich sein, bei denen eine Deagglomeration notwendig ist.

Low-Shear-Mischen eignet sich häufig für frei fließende, empfindliche oder wärmeempfindliche Materialien, sofern die Mischung ohne intensive Dispersion oder Deagglomeration homogenisiert werden kann.

Eigenschaften frei fließender Materialien

Frei fließende Materialien weisen in der Regel eine geringe interpartikuläre Reibung auf und bewegen sich leicht unter dem Einfluss der Schwerkraft. Sie haben häufig einen relativ niedrigen Feuchtegehalt und Partikel mit geringem Aspektverhältnis. Runde oder kompakte Partikel fließen meist leichter als längliche oder faserige Partikel, die sich verhaken und den Materialfluss behindern können.

Auch die Partikelgröße beeinflusst das Fließverhalten. Frei fließende Materialien können Partikelgrößen oberhalb von etwa 75 µm aufweisen, wobei das tatsächliche Fließverhalten auch von Partikelform, Dichte, Feuchtegehalt, Oberflächeneigenschaften und elektrostatischen Effekten abhängt.

Der Schüttwinkel kann einen nützlichen Hinweis auf das Fließverhalten geben. Er beschreibt den Winkel, der entsteht, wenn Material auf eine ebene Fläche geschüttet wird. Ein steilerer Schüttkegel weist meist auf höhere Kohäsion oder höheren Fließwiderstand hin, während ein flacherer Schüttkegel auf leichter fließendes Material hindeutet.

Für die Mischerauswahl sollte der Schüttwinkel jedoch nicht isoliert betrachtet werden. Auch Partikelgrößenverteilung, Schüttdichte, Entmischungsneigung, Bruchanfälligkeit und Entleerungsverhalten sind wichtige Faktoren bei der Auswahl eines Low-Shear-Chargenmischers.

Entmischungsrisiko bei frei fließenden Materialien

Frei fließende Materialien lassen sich häufig leicht bewegen, aber nicht immer leicht homogen halten. Wenn sich Bestandteile in Partikelgröße, Dichte, Form oder Mobilität unterscheiden, kann die Mischung während Befüllung, Mischen, Entleerung, Transport oder Verpackung entmischen.

Types of segregation

Typen von Entmischung

  • Vibrationsentmischung kann auftreten, wenn ein Behälter oder ein nachgeschalteter Prozessschritt Schwingungen ausgesetzt ist. Gröbere oder leichtere Partikel können sich innerhalb der Charge verlagern und die lokale Zusammensetzung verändern.
  • Perkolationsentmischung entsteht, wenn feinere Partikel durch die Zwischenräume zwischen größeren Partikeln wandern. Dadurch können sich Feinanteile in einem Bereich der Charge und gröbere Partikel in einem anderen Bereich konzentrieren.
  • Transportentmischung kann auftreten, wenn Material aus einer Rutsche, einem Auslauf oder einem Fördersystem fällt. Größere oder dichtere Partikel können weiter transportiert werden als feinere Partikel, wodurch beim Befüllen oder Fördern eine ungleichmäßige Verteilung entsteht.

Entmischung ist beim Low-Shear-Mischen besonders relevant, weil ein schonender Mischprozess ungünstiges Befüllverhalten, unkontrollierte Entleerung oder instabilen nachgeschalteten Transport nicht immer korrigiert. In manchen Fällen erzeugt der Mischer eine homogene Mischung, die sich jedoch unmittelbar nach der Entleerung erneut entmischt.

Low-Shear-Mischprinzipien: Konvektion und Diffusion

Low-Shear-Chargenmischer arbeiten meist auf Basis von Konvektion, Diffusion oder einer Kombination aus beiden Prinzipien. Bei der Konvektionsmischung bewegen definierte Strömungsmuster das Material durch den Mischbehälter. Konische Schneckenmischer und Bandmischer nutzen konvektive Bewegung, um Material von einer Zone in eine andere zu transportieren. Bei der Diffusionsmischung verteilen sich Partikel schrittweise neu, häufig unterstützt durch die Schwerkraft. Taumelmischer sind typische Diffusionsmischer und können gut für einfache, nicht entmischende Mischungen mit ähnlichen Partikeleigenschaften geeignet sein.

Konvektionsmischung sorgt für eine aktivere Materialbewegung, macht jedoch Mischergeometrie, Füllgrad, Entleerungskonzept und Dichtungsausführung wichtiger. Diffusionsmischung ist mechanisch einfach, hat aber Grenzen. Wenn sich Bestandteile deutlich in Partikelgröße oder Schüttdichte unterscheiden, kann die erreichbare Homogenität begrenzt sein und Übermischen kann zu Entmischung führen.

Low-Shear-Mischertypen

Für das Low-Shear-Mischen frei fließender Materialien werden hier drei häufig eingesetzte Mischertypen betrachtet:

  • konische Schneckenmischer
  • Bandmischer
  • Taumelmischer

Jeder Mischertyp kann geeignet sein, abhängig von Materialverhalten, Chargengröße, Entmischungsrisiko, Einbaubedingungen und Anforderungen an die Entleerung.

Konischer Schneckenmischer

Ein konischer Schneckenmischer ist ein konvektiver Mischer mit einer Schnecke, die in einem stationären konischen Behälter rotiert und umläuft. Die Schnecke transportiert Material nach oben, während es durch die Schwerkraft durch den Konus zurückfließt. So entsteht eine kontinuierliche Zirkulation mit relativ geringer Scherung.

Das Material wird in der Regel bis unterhalb des Umlaufarms der Schnecke eingefüllt, damit sich die Schnecke frei durch den Behälter bewegen kann. Die konische Geometrie unterstützt die Entleerung über den Bodenauslauf, sofern das Material ausreichend fließfähig ist.

Vorteile konischer Schneckenmischer

Konische Schneckenmischer werden häufig für das schonende konvektive Mischen frei fließender, empfindlicher oder entmischungsanfälliger Pulver eingesetzt. Die geringe Mischintensität kann dazu beitragen, die Partikelstruktur zu schützen und gleichzeitig die gewünschte Mischhomogenität zu unterstützen.

Die konische Behälterform unterstützt die Entleerung über den Bodenauslauf. Dies kann Produktretention im Vergleich zu Mischerbauarten reduzieren, bei denen Material aktiv aus Ecken oder schwer zugänglichen Bereichen bewegt werden muss. Je nach Ausführung kann die Schnecke freitragend ausgeführt sein, ohne Lager und Dichtungen unterhalb des Materialniveaus.

Konische Schneckenmischer können je nach Produkt, Behältergröße und mechanischer Ausführung auch für große Chargenvolumina geeignet sein.

Grenzen konischer Schneckenmischer

Konische Schneckenmischer sind in der Regel höher als viele horizontale Mischerbauarten. Dies kann in Produktionsbereichen mit begrenzter Einbauhöhe ein Auswahlkriterium sein.

Kohäsive oder klebrige Materialien können an der Schnecke oder an der Behälterwand anhaften. Dies kann den Reinigungsaufwand erhöhen oder das Risiko von Carry-over zwischen Chargen vergrößern. Bei sehr großen Mischern kann zusätzliche mechanische Unterstützung erforderlich sein, was Einfluss auf Dichtungsausführung und produktberührende Konstruktion haben kann.

Konischer Schneckenmischer
Konischer Schneckenmischer

Bandmischer

Ein Bandmischer ist ein konvektiver Mischer mit einem rotierenden Band- oder Schneckenelement in einem stationären Mischbehälter. Das Mischelement bewegt Material radial und axial, wodurch Zirkulationsmuster im Behälter entstehen.

Bandmischer sind in verschiedenen Ausführungen verfügbar und können an spezifische Anwendungen angepasst werden. Mögliche Ausführungen umfassen ein- oder zweiwellige Konstruktionen, angepasste Bandgeometrien, paddenförmige Elemente oder andere Rührwerkskonfigurationen.

Vorteile von Bandmischern

Bandmischer können für Materialien mit Unterschieden in Partikelgröße oder Schüttdichte wirksam sein, sofern Rührwerksausführung und Füllgrad auf die Anwendung abgestimmt sind. Die aktive konvektive Bewegung kann dabei helfen, Bestandteile neu zu verteilen, die sich allein durch Diffusion nur schwer mischen lassen.

Sie sind in unterschiedlichen Baugrößen und Ausführungen erhältlich und können für Anwendungen geeignet sein, bei denen kontrollierte Materialbewegung, kürzere Mischzeiten oder angepasste Rührwerksgeometrien erforderlich sind.

Grenzen von Bandmischern

Bei vielen Bandmischerbauarten befinden sich Wellendichtungen nahe an oder innerhalb der Produktzone. Feine oder abrasive Materialien können in den Dichtungsbereich gelangen, wenn keine geeignete Dichtungslösung gewählt wird.

Die Entleerung kann ebenfalls anspruchsvoller sein als bei einem konischen Behälter. Das Material verlässt den Mischer meist über einen Bodenauslauf, es kann jedoch Produkt im Mischbehälter zurückbleiben, wenn das Entleerungssystem nicht sorgfältig ausgelegt ist. Große Entleerungsöffnungen können die Entleerung verbessern, schnelle Entleerung kann jedoch das Entmischungsrisiko während des Transfers erhöhen.

Bandmischer können außerdem mehr mechanische Wirkung auf das Material ausüben als einige andere Low-Shear-Mischertypen. Dies kann für die Mischeffizienz vorteilhaft sein, ist aber für sehr empfindliche oder stark scherempfindliche Materialien weniger geeignet.

Schneckenbandmischer
Schneckenbandmischer

Taumelmischer

Ein Taumelmischer ist ein Diffusionsmischer, bei dem ein teilweise gefüllter Behälter um seine horizontale Achse rotiert. Während der Rotation wird Material durch Reibung an der Behälterwand mitgenommen und fällt anschließend durch das Materialbett zurück.

Die Mischwirkung ist schonend und mechanisch einfach. Es befinden sich keine internen Rührwerke in der Produktzone, was bei empfindlichen Materialien und einfachen Mischungen vorteilhaft sein kann.

Vorteile von Taumelmischern

Taumelmischer sind einfach, geschlossen und vergleichsweise leicht zu warten. Da keine internen beweglichen Teile mit dem Produkt in Kontakt stehen, gibt es weniger Kontaktpunkte, die empfindliche Partikel beschädigen oder Produkt zurückhalten können.

Sie können für nicht entmischende Mischungen mit ähnlicher Partikelgröße, Partikelform und Schüttdichte wirksam sein. Die schonende Taumelbewegung kann eine akzeptable Mischqualität erreichen, ohne viel Scherung einzubringen.

Grenzen von Taumelmischern

Taumelmischer sind weniger geeignet für entmischungsanfällige Mischungen. Wenn sich Bestandteile deutlich in Partikelgröße oder Dichte unterscheiden, kann die Mischqualität eine Grenze erreichen und bei zu langer Mischzeit wieder abnehmen.

Auch die Prozessintegration kann komplexer sein. Da sich der Behälter selbst bewegt, muss der Mischer beim Befüllen und Entleeren häufig entkoppelt oder über spezielle Kupplungen angeschlossen werden. Dies kann Containment, Automatisierung und Integration mit vor- und nachgeschalteter Ausrüstung erschweren.

Die Drehzahl ist eine kritische Prozessvariable. Bei zu niedriger Drehzahl kann das Mischen ineffizient sein. Bei zu hoher Drehzahl kann das Material nicht ausreichend kaskadieren, wodurch die Mischleistung sinkt und das Risiko einer unzureichend gemischten Charge steigt.

Taumelmischer
Taumelmischer

Low-Shear-Chargenmischer vergleichen

Für einfache, nicht entmischende Mischungen kann ein Taumelmischer eine wirtschaftliche und schonende Lösung sein. Dieser Mischertyp eignet sich vor allem für frei fließende Materialien mit begrenzten Unterschieden in Partikelgröße, Dichte oder Fließverhalten.

Für schonende konvektive Mischung, effiziente Entleerung und größere Chargenvolumina ist ein konischer Schneckenmischer häufig eine geeignete Option. Er ist besonders relevant, wenn Produktschonung, niedriger Energieeintrag und kontrollierte Entleerung wichtig sind.

Für Anwendungen, die eine aktivere konvektive Bewegung erfordern, kann ein Bandmischer geeignet sein. Er kann nützlich sein, wenn Bestandteile Unterschiede in Partikelgröße oder Schüttdichte aufweisen, wobei Entleerungskonzept und Dichtungsausführung sorgfältig bewertet werden müssen.

In der Praxis sollte die Mischerauswahl nicht allein auf dem Mischertyp basieren. Die geeignete Lösung hängt davon ab, wie sich das Material beim Befüllen, Mischen, Entleeren und in der nachgeschalteten Handhabung verhält.

Praktische Auswahlkriterien

Bewerten Sie bei der Auswahl eines Low-Shear-Chargenmischers die folgenden Prozessfaktoren:

  • Fließfähigkeit und Schüttwinkel
  • Partikelgrößenverteilung
  • Partikelform und Aspektverhältnis
  • Unterschiede in der Schüttdichte zwischen Bestandteilen
  • Feuchtegehalt
  • Bruchanfälligkeit oder Partikelempfindlichkeit
  • Entmischungsneigung
  • erforderliche Mischzeit
  • Chargengröße und Füllgrad
  • Entleerungsverhalten
  • Reinigbarkeit und Produktwechsel
  • Integration mit vor- und nachgeschalteter Ausrüstung
  • verfügbare Einbauhöhe und Stellfläche

Diese Faktoren sollten gemeinsam bewertet werden. Ein Mischer, der während des Mischens gut funktioniert, kann dennoch ungeeignet sein, wenn er Entleerungsprobleme verursacht, Produkt zurückhält oder Entmischung während des Transfers verstärkt.

Prozessversuche und Mischerauswahl

Die Auswahl eines Low-Shear-Chargenmischers sollte vorzugsweise mit repräsentativem Material validiert werden. Versuche können helfen, Mischhomogenität, Entmischungsverhalten, Füllgrad, Entleerungsverhalten, Reinigungsanforderungen und Scherempfindlichkeit zu bewerten.

Die Ergebnisse bilden eine praktische Grundlage für Apparateauswahl, Prozesskonfiguration und Scale-up. Bei entmischungsanfälligen Materialien sollten Versuche auch Befüllung, Entleerung und nachgeschaltete Handhabung berücksichtigen, da sich die Mischqualität nach dem Verlassen des Mischers verändern kann.

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